Vergleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenkasse
PKV versus GKV

Privat Krankenversicherte sind die Sklaven der Neuzeit. Jeder, der in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte sich das tausendmal überlegen. Das böse Erwachen kommt später und zwar sicher. Es wird Zeit für eine Bürgerversicherung. Warum sie wohl niemals kommen wird und welche eminenten Nachteile privat Versicherte haben, ist in nachfolgender Tabelle dargelegt.

Grün markiert sind die jeweils wirklichen Vorteile der beiden Versicherungsarten.
Rot markiert heisst, es besteht Handlungsbedarf für die Politik.
Private Krankenkasse
Gesetzliche Krankenkasse
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Die Beiträge steigen nicht, weil man älter wird.
Realität:
Der Beitrag wird nicht erhöht, wenn man Geburtstag hat, sondern wenn es eine Beitragsanpassung gibt, wobei sich das nun höhere Alter seit der letzten Beitragsanpassung negativ auswirkt.


Berechnung der Beitragserhöhung laut AGB ALLER privaten Krankenversicherer:
"Der Versicherungsbeitrag bei einer Beitragsanpassung berechnet sich aus dem vom Geburtsjahr abhängigen Tarif-Beitrag für Neuverträge". Davon abgezogen wird ein Rabatt für die zurückgelegten Versicherungsjahre.

Bei einer Beitragsanpassung wird, da man ja seit der letzten Anpassung mindestens ein Jahr älter geworden ist, ein wesentlich höherer und somit teurerer Tarif-Beitrag minus eines nur unwesentlich höheren Rabatts fällig.

Reales Beispiel für 2011:
Beitragssteigerung für Neuverträge ca. 15 %, durch die Berücksichtigung des mit der Beitragssteigerung fälligen neuen 'Tarif-Alters' ergaben sich Steigerungen von bis zu 25 % **!!!
** Je nach Alter der Versicherten
Um Klagen zu vermeiden, wird der Name der Versicherung nicht genannt, auch nicht auf Anfrage.

Die Beiträge sind abhängig vom Einkommen, nicht vom Alter.

Wird man älter und das Einkommen sinkt (wegen Jobwechsel / Altersteilzeit / tariflich vereinbarter Lohnverzicht) sinken die Beiträge. Steigt das Einkommen hingegen, werden die Beiträge höher, sind aber durch die Bemessungsgrenze gedeckelt.
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Die Beiträge sind wegen der Altersrücklagen auch im Alter noch bezahlbar.
Realität:
Das ist von der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen abhängig und durch nichts bewiesen.
Viele Rentner können sich die Beiträge nicht mehr leisten, sie wechseln deshalb in den Standardtarif. Dieser liegt in den Leistungen etwas unterhalb der GKV kostet aber (bei einem Durchschnittsrentner) erheblich mehr.

Die Beiträge sinken bei Rentenbeginn, weil sie von der Höhe des Einkommens abhängig sind. Ein Durchschnittsrentner (1200 € Rente) zahlt ca. 186.--€ Krankenkassenbeitrag - 87,60€ Zuschuss von der Rentenversicherung, also 98,40€.

Was ein privat versicherter Rentner als Beitrag zahlen muss, ist abhängig von seinem Eintrittsalter und der gewählten Versicherung. Auf jeden Fall lässt es sich erahnen, wenn man weiß dass
ein 30-jähriger Mann, der der sich neu versichern will, für eine private Versicherung ohne Selbstbeteiligung (billigster Mehrbettzimmertarif) laut Vergleichsrechner schon 335.-€ zahlen muss.
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In der Vergangenheit gab es geringe Beitragserhöhungen.
Realität:
Beitragserhöhung 2010 bis zu 17 %.
Beitragserhöhung 2011 bis zu 15 %.
Beitragserhöhung 2012 bis zu 40 %.
Die Steigerungen in der Gegenwart sind also noch größer.

Die Bemessungsgrenze stieg 2011 und 2012, somit waren Besserverdienende von einer geringen Steigerung betroffen.

Einige Kassen erhoben Zusatzbeiträge, das ist bei fast allen ab 2012 nicht mehr der Fall.
Die Gesundheitskosten steigen, diese Kosten werden ohne Abzug von der PKV in Form von Beitragserhöhungen weitergegeben.
Teilweise werden die Kosten durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt aufgefangen, teilweise erfolgen Leistungskürzungen.
Managementfehler:
Wirtschaftet die Kasse schlecht, geht sie nicht pleite. Nein, das Unvermögen ihrer Manager wird als Beitragssteigerung an die Mitglieder weitergegeben.

Wirtschaftet die Kasse schlecht, geht sie pleite. Die Mitglieder wechseln zu einer anderen Kasse und zahlen dort den gleichen Beitrag.
Kassenwechsel:
Privat Versicherte sind Sklaven ihrer Krankenversicherung!
Wird der Beitrag erhöht, kann man nicht in eine günstigere Versicherung wechseln (Verlust des größten Teils der Altersrückstellungen), man muss statt dessen auf Leistungen verzichten oder die Selbstbeteiligung erhöhen. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung ist aber nur dann günstiger, wenn man selten krank ist.
Ein Wechsel der Kasse kann zu Risikozuschlägen führen wenn sich bei einer Gesundheitsuntersuchung etwas ergibt.
Forderung an die Politik:
Kassenwechsel sollte unter Mitnahme aller Altersrückstellungen und ohne Gesundheitsprüfung möglich sein. Dann würden auch die privaten Krankenkassen gezwungen werden, wirtschaftlicher zu arbeiten. Erst werden Mitglieder mit günstigen Tarifen geworben, im Alter werden dann die Beiträge erhöht. Kann man ja machen, einmal privat versichert, für immer Sklave seiner Versicherung.
Die Mitnahme ALLER Altersrückstellungen war mal geplant, wurde aber durch Lobbyisten abgewendet. Jetzt kann nur der Teil, der der Rückstellung im Basistarif entspricht, mitgenommen werden.

Wird der Beitrag erhöht, kann man die Kasse wechseln. Es nützt nur nichts, alle haben die gleichen Beiträge. Manche haben allerdings freiwillige Mehrleistungen.
Ein Wechsel kann sogar ein Vorteil sein.
Nichtraucher-Tarif:
Mit  solchem Tarif können Kosten gespart werden. Das ist richtig, aber gefährlich. War man mal Raucher oder wird man z.B. 2 Jahre nach Tarifabschluß zum Raucher, raucht 2 Jahre, wird wieder für 10 Jahre Nichtraucher und bekommt dann Lungenkrebs, zahlt die Kasse keinen Cent. Auch Nicht-Raucher bekommen Lungenkrebs, die Krankenkasse wird aber behaupten, es läge an dem Rauchen in der Vergangenheit.

Basistarif:
In diesem Tarif sind Leute versichert, die mal privat versichert waren, dann nicht mehr versichert waren und sich dann wegen der 2009 eingeführten Versicherungspflicht wieder privat versichern mussten.
Leider haben die so Zwangsversicherten oft kein Geld und zahlen nicht. Es gibt bereits 144.000 Nichtzahler. Die Kosten werden auf die übrigen Versicherten umgelegt !!!
Der Beitrag im Basistarif ist bei allen Kassen einheitlich 592,88€ !!!
Wie soll das ein Durchschnittsrentner bezahlen?
Viele Ärzte weigern sich Versicherte mit Basistarif zu behandeln.

Auch für ehemals gesetzlich Versichert wurde 2009 die Versicherungspflicht eingeführt.


In der GKV gibt es bereits 638.000 Nichtzahler. Die Kosten werden auf die übrigen Versicherten umgelegt !!!
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"Ihr Versicherungsberater wird Sie optimal beraten."
Realität:
Viele Berater empfehlen den Tarif, bei dem die Vermittlungsprämie am höchsten ist (bis zu 9 Monatsbeiträge).



Bei der GKV gibt es keine Provisionen.
Gerücht:
Als Privatpatient bekommen Sie bei Ihrem Arzt schneller einen Termin.
Realität:
Das trifft längst nicht für alle Ärzte zu.

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Die PKV zahlt auch den Heilpraktiker.
Realität:
Das ist uneingeschränkt nur bei den Verträgen der Fall, bei denen ausdrücklich alles, was im Hufeland-Verzeichnis steht, erstattet wird.
Beispiel:
Bio-Resonanz-Therapie zur Beseitigung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten zahlen viele nicht (statt dessen aber die viel teurere und langwierigere Desensibilisierung).







Einige Kassen zahlen Bio-Resonanz-Therapie nach Einzelfallprüfung oder generell.
Warum wird auch eine eventuelle Rot/Grüne Regierung die PKV nicht abschaffen?
  oder
Wer hat Interesse daran, die PKV nicht abzuschaffen?
  1. Die Versicherungsmakler:
    Sie verlieren Einkommen.
  2. Die Ärzte:
    Sie können weniger in Rechnung stellen, statt 230% oder 350 % der Gebührenordnung nur noch 100%.
  3. Die Politiker:
    Arzt- und Klinikkosten sind Mischkalkulationen aus GKV- und PKV- Erstattungen. Fallen die PKV-Patienten weg, müssen die Leistungen verteuert werden. Dadurch würden die Beiträge in der GKV steigen oder aber es müssten die Zuschüsse zur GKV aus dem Bundeshaushalt erhöht werden.
  4. Die GKV-Patienten:
    10 % Privatversicherte subventionieren die 90 % gesetzlich Versicherten (siehe 3). Wird die PKV abgeschafft, werden die Beiträge in der GKV steigen.
  5. Die gesetzlichen Krankenkassen:
    Sie müssten auch die vielen Klein-Selbständigen, die nur geringe Beiträge zahlen würden, aufnehmen.
  6. Die Aktionäre der privaten Krankenversicherungen.
  7. Die gut verdienenden Vorstände der PKV.



Wer hat Interesse die PKV-Versicherten in der GKV aufzunehmen?


Keiner, siehe links. Man wird in der GKV doch so schön durch die lieben Mitmenschen, die sich in der PKV versichert haben, subventioniert. Man nennt das Solidar-Prinzip.
Wer kann Interesse daran haben, die PKV abzuschaffen?
Nur die privat Versicherten selbst, siehe oben Thema Beiträge.

Besonderes Risiko:
Stellt die Versicherung den Vertrieb eines Tarifes ein, weil er sich nicht verkaufen läßt oder sich für die Versicherung nicht rechnet, ist man als Bestandskunde in dem Tarif arm dran. Es werden keine neue, junge und gesunde Mitglieder aufgenommen. In dem Tarif verbleiben nur noch ältere und krankere Mitglieder. Der Tarif wird immer teurer und teurer.
Dies findet momentan schon bei einigen Versicherungen in den Tarifen mit Mehrbettzimmer im Krankenhaus statt.
Von einem solchen Tarif in einen Zweibettzimmertarif zu wechseln ist nur mit Gesundheitsprüfung und eines evtl. daraus resultierenden Risikozuschlags möglich. Je älter man ist, desto wahrscheinlicher und höher der Zuschlag.
Forderung an die Politik:
Bei Vertriebseinstellung eines Tarifs sollen die Versicherten in dem Tarif die Möglichkeit haben, ohne Gesundheitsprüfung in den nächstbesseren noch vertriebenen Tarif zu wechseln.

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Als Privatpatient haben Sie 4 Wochen Zeit, um Ihre Rechnung zu bezahlen, bis dahin hat die Kasse das Geld überwiesen.
Realität:
Der Privatpatient bekommt erst dann Geld erstattet, wenn die Selbstbeteiligung überschritten wurde. Einen Tarif ohne Selbstbeteiligung kann sich niemand leisten.




Bei der GKV rechnen Ärzte und Krankenhäuser direkt mit der Kasse ab und der Patient muss nicht in Vorleistung gehen.

Im Krankenhaus bekommt man immer ein Bett in einem Zimmer und kann eines der privaten Kliniken mit vorbildlicher Betreuung benutzen (statt Massenbetrieb im öffentlichen Krankenhaus).
Dies ist der einzige, teuer erkaufte, Vorteil der PKV.
Oft ist nur ein Bett auf dem Gang zu haben, weil die Krankenhäuser die Bettenzahl reduzieren mussten.
Dieses Problem kann man besser mit eine Zusatzversicherung lösen (als sich privat zu versichern). Solche Versicherungen werden mittlerweile sogar von den gesetzlichen Kassen angeboten.

Letztes Update 2.4.2015
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